Besuch eines Kriegsgefangenenlagers

TKS-Schüler besuchen Bergen-Belsen

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 der Theodor-Körner-Schule näherten sich der nationalsozialistischen Vergangenheit mit einem Besuch der niedersächsischen Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen.



Organisiert von den Lehrkräften Melanie Schmidt-Wilcke und Julian Sprenger besichtigten die interessierten Schülerinnen und Schüler am 22.11.2014 das ehemalige Lagergelände, auf dem zwischen 1940 und 1945 ca. 70.000 Menschen ihr Leben verloren haben. Die Geschichte jenes ursprünglichen Kriegsgefangenenlagers (sogenanntes ,,Russenlager”, doch auch zusätzliches ,,Austauschlager” für einige tausend Juden und ,,Endstation” für nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge aus anderen KZs in Polen und Deutschland) rief bei den jungen Besuchern aufgrund einer ihnen sehr nahe gehenden Führung auf dem Gelände tiefe Betroffenheit aus. Daher erwies sich die Gedenkstätte, die unter anderem an die hier gestorbene Anne Frank erinnert, nicht nur als Ort des Bewahrens, sondern vielmehr als Ort des Verstehens und der Reflexion : ,,Durch den persönlichen Besuch und das 'Zurückreisen' in das Leben vor 70 Jahren ist es allein möglich, das Leiden und Sterben der Menschen von damals nachzuvollziehen und sich so in das historische Geschehen richtig hineinzuversetzen”, berichtet Doreen Kutrieb, Schülerin des Geschichtskurses an der TKS. Besonders die anschließende Ausstellung im Dokumentationszentrum, in der den Besuchern das tägliche KZ-Leben nahegebracht wurde, sowie das Lagerareal auf dem Außengelände mit den zahlreichen Massengräbern und Fundamenten der Gebäude, vergegenwärtigten anschaulich das Dasein der hier gefangenen Menschen während der NS-Zeit bis 1945.
Alle Beteiligten der bewegenden, doch auch lehrreichen Expedition waren letztendlich in der Lage, durch die selbst gesehenen Relikte, Denkmäler und erhaltenen Gegenstände das KZ-Geschehen tiefgründiger nachzuvollziehen - in einer Art und Weise, in der es durch das alleinige Lesen von Quellentexten im Geschichtsbuch nicht möglich gewesen wäre.

Doreen Kutrieb für die TKS

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