Fahrzeugbegleiter

 Das Schulzentrum Südwest fährt fair

Zehn neue Fahrzeugbegleiter in der Jahrgangsstufe 8

„Lässig“ beschreibt ihn am besten. Lässige Jeansjacke, lässige Haltung, lässig liegen die Füße auf dem gegenüberliegenden Sitzplatz im Bus. Nicht lässig ist der Dreck, der langsam in das Polster sickert. „Entschuldige bitte“, sprechen ihn zwei junge Mädchen an, „wir sind Fahrzeugbegleiter. Könntest du bitte deine Schuhe von dem Sitz nehmen?“ Nach kurzer Diskussion sind die Schuhe wieder am Boden.


Eine engagierte Fahrzeugbegleiterin im
Gespräch mit „Schmutzfink“ Ulrich Neuhaus.

Ein solcher Akt von Zivilcourage könnte so oder ähnlich schon bald das Resultat der Schulung zum Fahrzeugbegleiter sein, die im März zehn Schülerinnen und Schüler der Theodor-Körner-Schule und der Hugo-Schultz-Schule erfolgreich absolviert haben. Dieses Modell der BOGESTRA AG, der Bochumer Schulen und der Polizei NRW gibt es bereits seit 1998. In insgesamt acht Doppelstunden lernen hier Achtklässler, die sich freiwillig gemeldet haben, wie man in Bus und Bahn auf gleichaltrige „Störenfriede“ eingeht, wie man bei Streitereien unter Mitfahrern höflich bleibt und wie man gewinnt, auch wenn man vermeintlich verliert. „Allein dadurch, dass ihr euch eingemischt und eingesetzt habt, habt ihr schon gewonnen!“ macht Ulrich Neuhaus vom Kommissariat Vorbeugung der Bochumer Polizei den Schülern klar. Zivilcourage zeigen, als Vorbild agieren, anderen helfen: Das sind die Aufgabengebiete der schon mehr als 2000 Fahrzeugbegleiter. Und das Modell zeigt Erfolge: Die Reparaturkosten im Schülerverkehr haben sich seit der Einführung halbiert, wovon nicht nur die BOGESTRA, sondern alle Mitfahrer profitieren, wie Kerstin Jablonski von der BOGESTRA bereits bei der ersten Vorstellung betont. Ein Gewinn für alle Beteiligten, auch für die Busfahrer wie Michael Trabandt, welche sich dank der Unterstützung der Fahrzeugbegleiter besser auf den laufenden Verkehr konzentrieren können. Denn der Fahrplan ist knapp bemessen und Hilfe immer gern gesehen, vor allem im morgigen Schulverkehr.

Besonders profitieren aber wohl die zehn Freiwilligen, welche dieses Jahr die Schulung absolvierten. Mit viel Einsatz und Spaß übten sie in Rollenspielen den ruhigen Umgang mit Schmutzfinken, Unruhestiftern und „Scherzbolden“ der eher unfreundlichen Art. Egal wie der „Täter“ dabei auch mit seinen Äußerungen reizte, die Helfer blieben stets höflich. Mit Selbstvertrauen, Höflichkeit und dem Wissen, dass sie das Richtige tun, konnten sie nur gewinnen. Und solch harten Gegnern wie in der Ausbildung werden sie wohl nicht so bald wieder begegnen. Ein voller Erfolg, welcher am 13. März auch verdient mit Zertifikat und Ausweis belohnt wurde.

Ein Highlight für alle war zum Abschluss die Besichtigung des Betriebshofes Engelsburg mit Führung und Fragerunde. Ganz besonders gefallen hat allen Beteiligten die abschließende Busfahrt auf dem Gelände der BOGESTRA, bei der sie selbst den großen Gelenkbus fahren durften. Am Ende waren sich alle einig: Zivilcourage zahlt sich aus, mit dem Zertifikat auch bei zukünftigen Bewerbungen.

Die neuen Fahrzeugbegleiter und ihre Ausbilder.


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