Deutsch-Armenische Freundschaft

 

Über die Spende von drei jungen Armenischen Platanen freut sich die TKS.
Anfang März informierte der „Armenisch-Akademische Verein 1860 e.V.“ die Schule über sein Vorhaben, der Stadt Bochum 155 Bäume aus Armenien zu spenden. Anlass dazu hatte der Sturm Ela gegeben, der bekanntlich im letzten Jahr über ganz Bochum hinweggefegt war und auch auf dem Gelände des Schulzentrums zahlreiche Bäume entwurzelt hatte. Mit dieser Spende erinnern sich die Armenier an die Hilfsbereitschaft aus Deutschland nach dem verheerenden Erdbeben im Norden ihrer Republik im Jahre 1988. Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages, des Bochumers Dr. Norbert Lammert, sind inzwischen zwei Freundschaftsgärten in der armenischen Hauptstadt Jerewan und eben in Bochum, dem Hauptsitz des Armenisch-Akademischen Vereins, entstanden.

Die Projektgruppe Schulhofneugestaltung unter der Leitung von Herrn Dreier hatte schnell den geeigneten Standort am Heckenlabyrinth ausgemacht, Spaten und Schaufel standen bereit. Der Bochumer Historiker Azat Ordukhanyan vom AAV-Vorstand und die Mitinitiatorin der Veranstaltungsreihe „Armenischer Frühling“, die Bochumer Autorin Heide Rieck, überbrachten persönlich die Bäume.  

 

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler war es äußerst spannend, von den beiden Gästen über Geschichte, Kultur und Religion Armeniens aufgeklärt zu werden. Sie erfuhren beispielsweise von der christlichen Kaiserin Theophanu, die, aus Armenien stammend, als Erste den europäischen Gedanken an den kaiserlichen Hof brachte.

So erlebten die Schülerinnen und Schüler eine Geschichtsstunde der besonderen Art. Der Zufall wollte es, dass die Pflanzaktion am Vortag eines besonderen Gedenktermins stattfand. Genau 100 Jahre zuvor hatte der Genozid an den Armeniern über eine Millionen Menschen das Leben gekostet. Am selben Abend beendete Bundespräsident Joachim Gauck die jahrzehntelange semantische Wortklauberei, indem er explizit von Völkermord sprach; einen Tag später folgte ihm der Bundestag. Die Schülervertretung der TKS, die den Kontakt zum AAV hergestellt hatte, sieht in der Pflege der drei neu gepflanzten Bäume auch ein Zeichen des stetigen Erinnerns.

  

Armenische Platanen haben eine Lebenserwartung von über 2000 Jahren. Bleibt zu hoffen, dass den jungen Bäumen im Entree des Schulzentrums auch Gelegenheit zum Wachsen gegeben wird.

Ansgar Loheide für die TKS

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