Förderband

 

Versteht man Individuelle Förderung in der Schule als Anspruch, jede Schülerin und jeden Schüler nach den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern, so ergeben sich mehrere Handlungsfelder: Schwächen sollen ausgeglichen, Potenziale entwickelt und vorhandene Stärken unterstützt werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Theodor-Körner-Schule ein System entwickelt, das die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Unterricht fördert; und zwar in den Bereichen, in denen sie je nach ihren persönlichen Fähigkeiten Hilfe, Unterstützung und Anregung brauchen. Unter dem Namen Förderband ist dieses Förderkonzept der TKS seit dem Schuljahr 2015/2016 in der Stundentafel fest verankert.

 

Das Förderband ermöglicht es, die drei Handlungsfelder der Individuellen Förderung schülergerecht anzugehen:    

Schwächen ausgleichen: An der Theodor-Körner-Schule wird besonderen Wert darauf gelegt, dass vorhandene und teilweise aus der Grundschulzeit schon mitgebrachte Probleme/Schwächen der Schülerinnen und Schüler frühzeitig diagnostiziert werden und anschließend gezielt daran gearbeitet wird. Dies soll einen guten Start und einen erfolgreichen Verlauf der Gymnasiallaufbahn sicherstellen. Daher werden im Förderband Kurse angeboten, die helfen, die Schwächen auszugleichen. Neben den Förderkursen Mathematik, Englisch, Deutsch und zweite Fremdsprache bietet die TKS auch LRS/Rechtschreibförderung an, da zunehmend Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule kommen, die noch keine Sicherheit in der Rechtschreibung haben bzw. auffallende Schwierigkeiten beim Lesen und v.a. Schreiben. Der Kurs Bewegungsförderung im Förderband der 5. und 6.  Jahrgangsstufe soll die motorischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler anregen und fördern.

Potenziale entdecken und fördern: Gleichzeitig ist es wichtig, mögliche Potenziale der Schülerinnen und Schüler zu entdecken und diese sodann zu fördern, sodass mittelmäßige Leistungen auch sehr gute werden können. Mitunter ist von einem Schüler noch nicht erkannt worden, dass er besondere Fähigkeiten in bestimmten Bereichen besitzt. Gerade diesen Schülerinnen und Schülern muss die Gelegenheit gegeben werden, ihre Potenziale zu entwickeln. Hierzu gibt es Kurse in den Bereichen Mathematik, Englisch und Deutsch, die den Schülerinnen und Schülern Raum zum Vertiefen und Ausprobieren geben. Förderung durch Theaterspielen richtet sich an die eher schüchternen Schülerinnen und Schüler, um sie dazu zu ermutigen und zu befähigen, ihr Wissen selbstbewusst in die Lerngruppe einzubringen und somit mögliche Potenziale auszuleben! Der Kurs Erste Hilfe (ab Klasse 7) richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler und bietet vielen die Gelegenheit, Stärken zu entwickeln und zu zeigen.

In den Jahrgangsstufen 8 und 9 werden alle Schülerinnen und Schüler für ein Halbjahr dem Kurs Zukunftsorientierung zugewiesen. In diesem Kurs, der in enger Zusammenarbeit mit der Studien- und Berufsorientierung steht, erhalten die Schülerinnen und Schüler angeleitet durch die StuBo-Lehrkräfte Gelegenheit zur Reflexion ihrer Potenziale und Ziele für die Zukunft. Auch dieser Kurs hilft – gerade auch bei den mittelmäßigen Schülerinnen und Schülern – Interessen, Potenziale und Stärken zu entdecken.

Stärken fördern: Begabungen und überdurchschnittliche Leistungen dürfen nicht brachliegen und im schlimmsten Fall zur Durchschnittlichkeit herabsinken. Dies kann nur verhindert werden, indem sehr gute Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung gefordert werden. Daher werden im Förderband auch Kurse angeboten, die sich gezielt an begabte Schülerinnen und Schüler richten: Begabtenförderung Mathematik, Englisch, Deutsch (Kreatives Schreiben), zweite Fremdsprache. In Naturwissenschaften interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler können den Kurs Begabtenförderung Naturwissenschaften belegen, anderen wird durch den Kurs Begabtenförderung Informatik Gelegenheit geboten, ihren Neigungen nachzugehen. Darüber hinaus geben die Kurse Herausforderung / Verantwortung sehr guten Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich fächerübergreifend mit gesellschaftlichen, politischen oder ethischen Problemen auseinanderzusetzen. 

 

Das Förderband ist folgendermaßen organisiert:

Alle Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe werden in zwei Unterrichtsstunden pro Woche in verschiedene Kurse aufgeteilt. Da die Anzahl der Kurse höher ist, als die der Unterrichtsfächer, die normalerweise in diesen zwei Stunden gegeben worden wären, entstehen kleinere bis sehr kleine Lerngruppen.

Den Schülerinnen und Schülern werden je nach ihren Begabungen und Fähigkeiten jeweils zwei Kurse zugewiesen. So kann Schüler A z. B. in der ersten Förderbandstunde im Kurs Begabtenförderung Mathematik sein, in der zweiten Stunde ist er im LRS/Rechtschreibung - Kurs. Schüler B wechselt nach der ersten Stunde z. B. vom Förderkurs Englisch zur Förderung durch Theaterspielen. Hiermit wird sichergestellt, dass nicht nur Schwächen ausgeglichen oder nur Stärken gefördert werden, sondern wirklich nach den individuellen Bedürfnissen und Begabungen gefördert wird.

Die Zuweisung beruht auf folgenden Kriterien:

1. Selbsteinschätzung der Schülerin / des Schülers bzw. Einschätzung der Eltern: Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Übersicht über die angebotenen Kurse. Zusammen mit ihren Eltern sollen sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten reflektieren und erkennen, in welchen Bereichen noch Förderbedarf ist, aber auch, welche Begabungen sie haben. Sie können Wünsche für die Zuweisung abgeben, die in den meisten Fällen umgesetzt werden.

2. Schulinterne Diagnostik: Die Schülerinnen und Schüler werden hinsichtlich LRS zusätzlich diagnostiziert (Untersuchung der Rechtschreibfertigkeiten, detaillierte Fehleranalyse, z.B. mit Hilfe der OLFA). Mit der Teilnahme am Informatik-Wettbewerb „Biber“ wird festgestellt, welche Schülerinnen und Schüler besondere Begabungen im Bereich „Logisches Denken“ haben.

3. Fachlehrerempfehlung: Die Fachlehrer können Empfehlungen für einzelne Schülerinnen und Schüler aussprechen und diese dem Klassenlehrer mitteilen. Damit ist sichergestellt, dass auch Schülerinnen und Schüler, deren Notenbild hinsichtlich einer besonderen Begabung oder Schwäche nicht eindeutig ist, trotzdem gezielt gefordert oder gefördert werden.

4. Klassenlehrerurteil: Der Klassenlehrer kennt die einzelnen Schülerinnen und Schüler sehr gut und weiß auch um ihren sozialen und familiären Hintergrund. Damit ist er in der Lage, die Fähigkeiten gezielt einzuschätzen und – vielleicht auch entgegen dem Notenbild – Förderangebote vorzuschlagen.

5. Notenbild: Dieses Kriterium ist eine zusätzliche Hilfe bei der Entscheidungsfindung.

 

Da die Zuweisung auf den Zeugniskonferenzen zu jedem Halbjahr neu vorgenommen wird, ist sichergestellt, dass bei der Förderung auf die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler eingegangen wird.

 

In der 5. Klasse beginnt das Förderband erst im zweiten Halbjahr, da die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler zunächst einmal kennenlernen müssen. In Klasse 6 und 7 wird das Förderband im gesamten Schuljahr angeboten; in Klasse 8 und 9 jeweils im zweiten Halbjahr. Teilweise ist die Teilnahme verpflichtend, so in 5.2 und 6.2. In den anderen Zeiträumen ist das Förderband als Angebot zu verstehen, von dem die Schülerinnen und Schüler mit schriftlicher Erklärung der Eltern abgemeldet werden können.

 

 


Top