Philosophie/praktische Philosophie



Das Fach Praktische Philosophie an der Theodor-Körner-Schule (Sekundarstufe I)

Was sind eigentlich große Fragen?
Mit dieser Frage beginnt die erste Stunde des Philosophieunterrichts an der Theodor-Körner Schule in der fünften Klasse. Im Laufe der nächsten 5 Jahre lernen die Schüler_innen der Philosophiekurse dann nach und nach die großen Fragen der Menschheit kennen, z.B.:
Wer bin ich eigentlich? Ist der Mensch (nur) ein Tier? Woher kommt die Welt? Wie kann das Zusammenleben mit anderen Menschen funktionieren? Wie sieht eine gute Gesellschaft aus? Was ist Glück? Was bedeuten Tod und Sterben? Was ist eigentlich die Realität? Gibt es einen Unterschied zwischen meiner Realität und deiner? Wie gehen wir damit um?

Schritt für Schritt machen wir uns auf die Suche nach Antworten auf diese großen und schwierigen Fragen. Dabei helfen uns nicht nur die Forschungen von Wissenschaftlern aus allen erdenklichen Fachbereichen, sondern auch unsere geistesgeschichtlichen Ahnen aus zweieinhalbtausend Jahren Philosophiegeschichte. Lebensnah und altersgerecht kommen Platon, Kant und Co zu Fragen aus dem Alltag der Schüler_innen zu Wort.
Doch nicht nur mit Hilfe von Experten wird philosophiert: Hauptanliegen des Fachs ist schließlich das Selber-Denken. Anhand von Gedankenexperimenten, philosophischen Abenteuergeschichten, Filmen, Exkursionen und Beispielen aus dem Lebensalltag ist das Ziel des Unterrichts, sich bereits in jungen Jahren eine differenzierte, eigene Meinung zu den großen Fragen der Menschheit zu bilden!

Praktische Philosophie ist also kein Ersatzfach für den christlichen Religionsunterricht. Teilnehmen kann jede/r, der/die vom Religionsunterricht abgemeldet ist und sich für die großen Fragen interessiert. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Religion man angehört, ob man an Gott glaubt, ob man getauft ist, zur Kirche oder in die Moschee geht oder noch nie mit Religion in Berührung gekommen ist.

Das Fach wird durchgängig von Klasse 5 bis 9 angeboten und wird automatisch besucht, sobald entweder keine christliche Konfession des/der Schüler_in angegeben wird oder diese/r vom christlichen Religionsunterricht schriftlich abgemeldet worden ist.

Das Fach Philosophie an der Theodor – Körner Schule

Zu Beginn der Sekundarstufe II verändert sich der Name des Faches – missverständlicherweise bedeutet der Wegfall des Zusatzes „praktisch“ weder, dass das Fach in der Sekundarstufe I weniger theoretisch ist, noch dass das Fach in der Oberstufe keinen praktischen Bezug hat: Es ist die Arbeitsweise, die sich in der Oberstufe verändert.

Wissenschaftspropädeutisch werden die oben genannten großen Fragen nun verstärkt anhand von Texten der Philosophiegeschichte erforscht. Dabei besteht die Herausforderung sowohl im Nachvollziehen der „Expertenmeinungen“ als auch in der Überprüfung selbiger auf deren Tragfähigkeit und Plausibilität. Nach wie vor steht also die Ausbildung einer fundierten, reflektierten, eigenen Meinung im Vordergrund, die sich durch die Beschäftigung mit den Positionen der (historischen) Philosophieexperten heraus bilden soll.

Methodische wird insbesondere das Textverstehen von z.T. schwierigen Sachtexten sowie deren Bewertung in den Mittelpunkt gerückt. Doch auch das Oberstufenfach Philosophie arbeitet genau wie sein Partnerfach in der Sekundarstufe I mit Problemstellungen, die sich aus dem Alltag der Schüler_innen ergeben und greift dabei ebenfalls nicht nur auf Texte zurück, sondern versucht Antwortmöglichkeiten auch auf Exkursionen, in (Spiel-)Filmen und in anderen Wissenschaftsbereichen zu finden.

Das Fach Philosophie kann in der Oberstufe schriftlich angewählt und somit auch Abiturfach werden. Die Klausuren verfolgen – ähnlich wie der Unterricht – den Ansatz, selbstständig eine philosophische Problemstellung zu analysieren und differenzierte Lösungsansätze zu reflektieren.

Beiden Fächern gemeinsam ist die besondere Förderung von Argumentations- und Urteilsbildungskompetenz. Die damit einhergehende Toleranzförderung sowie interkulturelle Kompetenz wird u.a. fruchtbar in die Kooperation mit der Anti-Diskriminierungs-AG eingebracht.

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