Religionslehre



„Kürzeste Definition von Religion: Unterbrechung“

(Johann Baptist Metz)

Der Religionsunterricht (RU) an der Theodor-Körner-Schule versteht sich als Lebenshilfe für die Schülerinnen und Schüler. Unabhängig von ihrer persönlichen Glaubensbiographie oder weltanschaulichen Ausrichtung wollen wir uns mit ihnen auf die spannende Suche nach Horizonten, Perspektiven und Sinn menschlichen Lebens und Zusammenlebens machen. Wir verstehen Religion als die Auseinandersetzung des Menschen mit seinen grundlegenden Fragen. In diesem Sinne ist der RU an der TKS zu allererst und bleibend ein Fach des Fragens.

Insbesondere wollen wir die Frage nach Gott wecken und wach halten. Da wir wissen, dass jeder Mensch einen Gott „hat“, indem jeder Mensch – nach der Definition Martin Luthers – etwas hat, „woran er sein Herz hängt“, heißt die grundlegende Frage des Religionsunterrichts nicht „Gibt es Gott?“, sondern „Welcher Gott?“. Insofern setzen wir uns in jedem Schuljahr kritisch mit den vielen attraktiven Alltagsgöttern auseinander und hinterfragen sie darauf, ob sie es wert sind, dass wir unser Herz an sie hängen. Konfessioneller RU ist mit seiner biblisch begründeten Gottesrede angelegt auf die Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und auf verändernde Taten. Letztlich widersetzt sich der RU dem geheimnisleeren, durchschauten Bild eines Menschen, der bloß funktionieren muss.

Der RU wird in allen Klassen und Kursen konfessionell getrennt erteilt (von Klasse 5-9 zweistündig, in der Oberstufe dreistündig). Kooperationen mit der anderen Konfession sind aber jederzeit möglich, zum Teil auch curricular vereinbart. So erkunden die evangelischen und katholischen Religionskurse im Jahrgang 6 regelmäßig die jeweils andere Konfession. In der Unterrichtsreihe „Evan¬gelisch-Katholisch“ eignen sich die Lernenden die wesentlichen Merkmale der eigenen Konfession an und geben diese dann in vielfältiger Weise an die Schülerinnen und Schüler des jeweils anderen Kurses weiter.

Die TKS feiert jährlich drei Schulgottesdienste an besonderen Tagen des Schul- bzw. Kirchenjahres. Die Feier findet in aller Regel ökumenisch statt, und zwar im Wechsel entweder in der Liebfrauenkirche (Linden) oder in der Lutherkirche (Dahlhausen). Die thematische Gestaltung der Gottesdienste liegt in den Händen der Schülerinnen und Schüler und sie erwächst in der Regel aus dem (Religions-) Unterricht.

Besonders am Herzen liegt uns die Unterstützung des Straßenkinderprojekts Arco Iris in Bolivien, welches von der Eine-Welt-Gruppe der Schule seit über 20 Jahren engagiert begleitet wird. An vielen Stellen des Curriculums beschäftigen wir uns mit dem entsprechenden Thema „Kinder in der Einen Welt“.

Eine besondere Form der „Unterbrechung“ bieten wir interessierten Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs EF an. Eine halbe Woche verbringen wir im ruhig gelegenen Jugendhaus St. Altfrid (Essen-Kettwig) zu Tagen religiöser Orientierung. Hier nehmen die Jugendlichen eine kleine Auszeit vom schulischen Alltag und beschäftigen sich bewusst mit Themen, die über diesen Alltag hinausgehen.

Insgesamt wirbt der RU an der Theodor-Körner-Schule angesichts der biblischen Vision einer „größeren Gerechtigkeit“ für das Bild eines Menschen, dem nicht alles gleich-gültig ist.

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