Besuch bei Bergen-Belsen

 
Bochumer Jugendliche besuchen ehemaliges Konzentrationslager Bergen-Belsen

Während der Besichtigung fällt dabei kaum ein Wort.



Bochum. Auf freiwilliger Basis besuchten im November 2015 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Theodor-Körner-Schule in Bochum mit ihren Geschichtskursen das ehemalige KZ Bergen-Belsen bei Hannover. Begleitet von den Lehrkräften Herrn Schmiel, Herrn Sprenger, Herrn Holz und Frau Plonka ermöglichte der Besuch den Jugendlichen einen umfassenden Einblick in einen Schauplatz der Verbrechen des Nationalsozialismus.

Zu Beginn der Besichtigung verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler anhand eines modellartigen Aufbaus der Anlage einen Überblick. Der Komplex ist riesig. Bereits nach wenigen Schritten innerhalb der Anlage sind die Geschichtsinteressierten von meterhohen Mauern umgeben, die die Isolation der Insassen darstellen sollen. Der Weg führt vorbei am ersten Massengrab. Hier bleiben die Jugendlichen stehen und lesen die Opferzahlen derer, die dort begraben liegen: 1500 – eines von vielen Massengräbern und bei weitem nicht das größte. In den Boden eingearbeitete Grabsteine, hebräische Schriftzüge, mit Steinen diverser Größe belegt – so nahmen die Angehörigen Abschied. Auf einer größeren Fläche finden sich Aushöhlungen. Einer der Lehrer informiert, dass es sich um Wasserspeicher handelte. In schlimmen Zeiten tranken die KZ-Insassen dieses Wasser, auch, wenn schon eine Leiche darin lag. Die Wortlosigkeit der Jugendlichen beschreibt ihre Gefühle.

Nach dem Passieren eines Friedhofs, auf dem auch Anne Frank einen Grabstein erhielt, erreichen die Besucher das „Haus der Stille“. Ein kleines Häuschen, in dem andere Besucher und Angehörige der Verstorbenen ihre Gedanken niederschrieben und auf einem Stein in der Mitte niederlegten. Einige Jugendliche sehen sich die Schriftstücke an, andere bleiben wortlos sitzen oder stehen. Wieder andere lesen die Worte und verlassen das Gebäude. Wenige Meter dahinter befindet sich ein langer Wall, auf dem Angehörige in verschiedenen Sprachen ihre Gedanken den Opfern des Nationalsozialismus widmen. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, eingraviert sind um ihn herum drei Jahre, 1943, 1944 und 1945, die an den Zeitraum erinnern, in dem Menschen in diesem KZ brutal gestorben sind.

Das weitgehende Schweigen der Jugendlichen spricht für sich. Nur selten wechselte man Worte. Die Überreste der Anlage erinnern an die Menschen, die in Bergen-Belsen ihr Leben verloren unter einer Ideologie, in derer sie keinen Platz fanden.

Teilnehmer der Fahrt, TKS
von Akim
 

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