Fluchtgeschichten

Fluchtgeschichten gestern und heute 

Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegs­gräberfürsorge kooperiert mit der TKS 

 

Am 14.04.2016 wurde im Pädagogischen Zentrum des Schulzentrums Süd-West die Ausstellung „Geflohen, vertrieben- angekommen?! – Aspekte der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert“ feierlich eröffnet. Damit setzt der Kreisverband Bochum des Volksbundes Deutsche Kriegs­gräberfürsorge die im letzten  Jahr mit dem Neuen Gym­nasium begonnene Zusammenarbeit für eine neue Form der Erinnerungskultur gemeinsam mit der Theodor-Körner-Schule fort.  Zum Thema „Flucht und Vertreibung in Vergangenheit und Gegenwart“ mit Bezug zu Fluchtgeschichten in Linden und Dahlhausen wurde eine Kooperation vereinbart, deren Ergebnisse ein Projektkurs der Jahrgangsstufe Q1 unter der Leitung von Geschichtslehrerin Yvonne Plonka am Volkstrauertag im November vorstellen wird.

Bernhard Arens, Schulleiter der TKS, begrüßte den Bezirksbürgermeister Marc Gräf, den Vorsitzenden des Kreis­verbandes Bochum des Volksbundes Deutscher Kriegsgräber­fürsorge, Herrn Prof. Dr. Bernd Faulenbach, den Kreisgeschäftsführer Herrn Wicking, die Referen­tin für Schul-und Bildungsarbeit im Landesverband NRW des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Frau Kinga Kazmierczak, sowie die Schulleiter der Partnerschulen sowie Eltern, Kollegen und Schüler. Um die Staffelübergabe vom Neuen Gymnasium an die TKS besonders zu würdigen, nahm  der Schulleiter des Neuen Gymnasiums Bochum,  Herr Bauer, an der Eröffnung teil.

Marc Gräf verwies in seinem Grußwort auf das bisherige Engagement des Projektkurses Geschichte, das sich z. B. im Zusammenhang der Installation von „Stolpersteinen“ des Künstlers Gunter Demnig in Linden gezeigt habe. Er zitierte Richard von Weizsäcker: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ In diesem Sinne begrüßte er das Anliegen, auch Schülerinnen und Schülern wieder den Wert des Volkstrauertages zu vermitteln, z. B. im Rahmen einer gemeinsam gestalteten Gedenkstunde auf dem Friedhof.

Professor Dr. Faulenbach referierte über die aktuelle Flüchtlingssituation. Gründe für Flucht  und Vertreibung seien nach wie vor so genannte „failing states“, Krieg und wirtschaftliche Not. Er spannte einen weiten Bogen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg, von der Sowjetunion über Polen bis zum Nachkriegsdeutschland. Im Vergleich mit heute habe es nach dem 2. Weltkrieg weniger institutionalisierte Hilfe gegeben, andererseits aber auch beachtliche Leistungen bei der Integration so vieler Menschen. Heute komme es darauf an, mit  anderen Kulturen, Sprachen und Wertesystemen in einen Dialog zu treten, zuzuhören und dabei zugleich positiv und einladend die eigenen Werte und Maßstäbe zu vermitteln. Prof.  Dr. Faulenbach freute sich, dass die TKS-Schüler die Gestaltung des nächsten Volkstrauertages mit übernehmen.

Oberstufenschüler Michel Hamm sprach stellvertretend für den Projektkurs und erläuterte, dass Zeitzeugen gesucht würden, die das Thema Flucht und Vertreibung am eigenen Leib erfahren haben, z. B. nach dem Zweiten Weltkrieg oder bei dem Verlassen der DDR. Außerdem möchten die Schüler Kontakt zu heutigen in Deutschland ankommenden Flüchtlingen aufnehmen und deren Fluchterfahrungen dokumentieren.



Auch Lehrerin Yvonne Plonka sprach ein Grußwort, freute sich auf die kommende Arbeit mit den Schülern am Thema und lud die Zuhörer zu einem Rundgang durch die mit Fotos und Texten aufwändig gestaltete Ausstellung ein.



Fotos: Hartmut Stolp für die TKS

 

von Akim und Annika 8B


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