Fahrt nach Bergen Belsen


Schweigendes Erinnern

TKS-Schüler fahren nach Bergen-Belsen

Im November fuhren 49 Schülerinnen und Schüler der Theodor-Körner-Schule zur Gedenkstelle Bergen-Belsen in Niedersachsen. Die Studienfahrt erfolgte in Anknüpfung an den Geschichtsunterricht, in dem das Thema Zweiter Weltkrieg und Holocaust bereits ausführlich besprochen worden war. Die Fahrt wurde für alle Schülerinnen und Schüler angeboten, die ihr Wissen weiter vertiefen und ein besseres Verständnis für diese Thematik erlangen wollten. Da die meisten zuvor noch nie ein ehemaliges Konzentrationslager besichtigt hatten, waren  alle sehr gespannt auf das, was sie mitnehmen würden, gleichzeitig aber unsicher, was sie erwarten würde. Einig war man sich später darüber, dass man das in Bergen-Belsen   Erfahrene niemals über den normalen Geschichtsunterricht aufnehmen könnte.

 

An der Gedenkstelle informierte ein Mitarbeiter zunächst über die wichtigsten Fakten:  In Bergen-Belsen wurden während des zweiten Weltkriegs ab 1940 Kriegsgefangene vor allem aus den osteuropäischen Ländern wie Polen und der damaligen Sowjetunion, aber auch aus westlichen Ländern wie Frankreich und Belgien inhaftiert. Die Gefangenen waren unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht und bis zum Frühjahr 1945, in dem das Lager von der deutschen Wehrmacht aufgegeben wurde, starben in Bergen-Belsen und den nahe gelegen Kriegsgefangenenlagern Oerbke und Wietzendorf rund 50000 Menschen. Ab 1943 gab es in Bergen-Belsen außerdem ein unter dem Befehl der SS stehendes Konzentrationslager. In dieses wurden größtenteils jüdische und arbeitsunfähige Häftlinge gebracht. Bis zu der Befreiung durch die britische Armee am 15. April 1945 waren in dem Konzentrationslager 120000 Menschen inhaftiert von denen rund 52000 starben.

 

Es folgte eine Führung über das Gelände. Die Informationen über die Geschichte des Lagers im Hinterkopf, erschien diese Umgebung den Schülerinnen und Schülern sehr eindrucksvoll, obwohl von den ursprünglichen Bauten des Lagers nichts mehr erhalten ist. Auch die Novemberkälte erleichterte es, sich in die Lage der Inhaftierten hineinzuversetzen, die in den Wintermonaten keinerlei Schutz vor der Kälte hatten. Die lange Rückfahrt nach Bochum bot allen die Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten und über die gesammelten Eindrücke nachzudenken. Dabei wurde den Schülerinnen und Schülern die Relevanz von Studienfahrten wie dieser bewusst, denn solche ermöglichen, dass das Leid, das tausenden Menschen in Bergen-Belsen und anderswo wiederfuhr, nicht vergessen wird. Sie erinnerten sich auch an ein gelesenes Zitat von Richard von Weizsäcker (1985): „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.“

 

Maike Kneist (Jahrgang Q2) für die TKS


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