Amtsgericht

Besuch des Amtsgerichts Bochum der Klasse 8b
Als Herr Steden uns in der Klasse besuchte, fragte er uns, ob wir Lust hätten, eine Gerichtsverhandlung am Landesgericht Bochum zu sehen. Klar wollten wir. Und so kam es …

 




Marlen

Am Mittwoch, den 18. Februar 2009, besuchten wir, die Klasse 8b des Theodor-Körner-Gymnasiums mit unseren Klassenlehrerinnen (Frau Reinmöller und Frau Beck), das Amtsgericht in Bochum.

Vorab wurden wir im Unterricht informiert, dass wir bei einigen Jugendverhandlungen als Gast teilnehmen werden. Als wir das Amtsgericht erreichten wurden wir von Richter Fettback über Verhandlungen eingewiesen. Als wir danach den Gerichtssaal betraten, befanden sich schon die Richterin, der Staatsanwalt und die Gerichtsschreiberin im Saal. Kurz nach dem Eintreten folgte der erste Fall.

Der Angeklagte  war ein junger Mann, der in der Bahnlinie U35 ohne Fahrschein gefahren ist. Aufgrund vieler Vorbestrafungen wurde er zu 20 Sozialstunden verurteilt. Ich fand das Urteil des Staatsanwaltes gerecht, da es Betrug gegenüber den Bahngesellschaften ist. Weiterhin fand ich es schlimm, dass dieser Mann kein Unrechtsbewusstsein hatte.

Der zweite Fall handelte über einen jungen Mann. Er wurde angeklagt, weil er seinen Freund mit dem Mofa transportiert hatte, obwohl ein Mofa nur eine Person transportieren darf. Das verstößt gegen die StVO, ist sehr gefährlich und in einer Unfallsituation zahlt die Versicherung nicht. Diese Straftat hatte er schon oft vorher begangen und  nichts daraus gelernt. Er wurde zu einer Geldstrafe von 200 Euro verurteilt.

Der letzte Angeklagte war ein Mann mittleren Alters. Dieser Mann hatte einen Jungen in einem öffentlichen Jugendhaus auf den Hinterkopf geschlagen, weil dieser das Handy des Sohnes des Angeklagten gestohlen hatte und nicht zurückgeben wollte. Dieser Mann wurde zu 50 Sozialstunden verurteilt. In dieser Verhandlung fand ich es sehr gut, dass der Angeklagte schuldbewusst war. Die Strafe des Mannes war gerechtfertigt, da es sich um Körperverletzung handelt.

Der Tag im Amtsgericht Bochum hat mir tiefere Einblicke in die Arbeit dort gegeben.

Felix Sch.

Einige Stimmen – und viele Meinungen ...

Unser Ausflug ins Gericht war sehr spannend und interessant. Besonders, weil wir viele Leute kennen gelernt haben, die sehr wichtig für unsere Stadt sind. Da sind zum Beispiel die Richter, die jeden Tag schwere Entscheidungen zu treffen haben. Als mir dieser Gedanke kam, habe ich natürlich auch sofort gefragt, ob sie nicht manche ihrer Entscheidungen bereuen. Die Antwort des Richters war: "Als Richter ist man sich meistens sehr sicher, wenn man ein Urteil fällt, aber auch ich denke über manche meiner Entscheidungen nach." Besonders bei diesem Richter ist mir aufgefallen, wie normal und witzig er ist und nicht so ernst, wie man sich einen Richter vorstellt. Aber nicht nur die Personen, auch die Prozesse waren sehr interessant. Von Schwarzfahren in der Bahn, über Fahren ohne Führerschein, bis zur Kindesmisshandlung. Leider mussten wir dann aber nach dem dritten Prozess gehen. Aber alles in allem war es ein sehr erlebnisreicher Tag.

Katharina 

Zu Beginn mussten wir durch eine Personenkontrolle laufen. Dort wurde von der städtischen Polizei überprüft ob wir gefährlich Gegenstände dabei haben. In dieser Situation habe ich mich wie ein Verbrecher gefühlt.

Norman 

Was mich verwundert hat war, dass der Angeklagte alleine war und niemanden dabei hatte. Es war auch irgendwie komisch, als er reinkam, man kam sich so deplatziert vor. Was mich auch verwunderte: Die Richterin fragte den Angeklagten auch nach Hobbys und Taschengeld.

Rabea
 

Während der Verhandlungen hat man gesehen, was für Auswirkungen kleinere, illegale Handlungen haben könne. Ein positiver Punkt an dem Besuch war, dass meine Klasse und ich die Zeit hatten, zwischen den Gerichtsverhandlungen der Richterin Fragen zu stellen und somit Wissenslücken zu füllen.

Felix R.

Alles in allem war ich sehr überrascht, wie anders es in einem Gericht zu geht, als in den Fernsehsendungen. Zum Beispiel gab es gar keinen Hammer, womit der Richter die Verhandlung schließt. Außerdem war die Stimmung in dem Gericht sehr angespannt, da die Täter nur ungern ihre Privatsphäre vor den Schülern bekannt gaben. Im Fernsehen gibt es oft auch mehr Randalierer im Gericht. Aus all diesen genannten Gründen fand ich es sehr positiv, einmal live bei Gerichtsverhandlungen dabei zu sein, um die falschen Machenschaften der Sender wieder richtig zu stellen.

Lukas

Ich fand den Besuch im Gericht spannend und informativ, man hat erkennen können, dass es einige Unterschiede zu den Sendungen im Fernsehen gibt.

Jenny

Auf mich wirkten die Richterin und der Staatsanwalt sehr sympathisch und ich hatte den Eindruck, dass sie sehr gerecht sein wollten. Wir durften bei drei Prozessen dabei sein und ich hatte den Eindruck, dass alle Angeklagten ihre Tat bereut haben, da sie von der Richterin sehr gut über ihre Tat aufgeklärt wurden.

Nico

Die räumlichen Gegebenheiten empfand ich eher bedrückend und ungemütlich. Ich hätte auch nie gedacht, dass ein Gerichtsverfahren so schnell abläuft. Das hing wahrscheinlich damit zusammen, dass es sich nicht um so große Straftaten handelte. Die Verurteilungen der drei Männer waren meiner Meinung nach angemessen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Schwarzfahrer Sozialstunden ableisten musste.

Marie

Zuerst war mir garnicht bewusst,warum der erste Angeklagte wegen einer so kleinen "Tat" in das Gericht musste. Doch als ich dann von den Vorstrafen hörte,wurde es mir klar und fand dann das Urteil angemessen.Mir wurde klar,dass Menschen auch durch "kleine" Fehler (Vorstrafen) ihr ganzes Leben verbauen. Der dritte Angeklagte tat mir auch sehr leid. Ich denke,dass er zu dem Jungen gegangen ist,um gut bei seinem Sohn dazustehen. Natürlich sollte er die Polizei anrufen und nicht selbst zu dem Jungen gehen.Doch da er auf einem guten Weg ist,wie seine Bewährungshelferin sagte,wird er sein Leben hoffentlich auf die Reihe kriegen.

Ayşe

Ich finde, dass die ein oder andere Strafe auch milder hätte ausfallen können , 20 Sozialstunden für wiederholtes Schwarzfahren finde ich ein wenig übertrieben.

Joshua

Die Gerichtsverhandlung fand ich letztendlich sehr interessant, doch fand ich die Endscheidung der Richterin und des Staatsanwaltes oftmals sehr hart und streng. Ich hätte nicht gedacht das man für das Fahren ohne jegliches  Ticket so eine harte Strafe bekommt.

Paul 

Ich finde es ein bisschen übertrieben, dass der Erste der vergessen hatte, sein Ticket abzustempeln, so hart bestraft wurde, denn nur weil er dies vergessen hatte, muss der jetzt 20 Arbeitsstunden leisten. Also hat er eigentlich so ein Urteil bekommen, weil er früher mal angezeigt wurde wegen Körperverletzung. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich hätte ihm nur eine Verwarnung gegeben.
Valdeta

Obwohl ich zuerst fand, dass ein Verklagter eine zu harte Strafe wegen Schwarzfahrens bekommen hat, glaube ich nun, dass diese Strafe doch angemessen war, da der Verklagte schon zweimal wegen schwerer Körperverletzung angeklagt wurde.

Pia L.

Bei dem ersten Angeklagten hätte ich eine mildere Strafe erwartet; doch da er schon mehrere Vorstrafen hatte, war das Urteil doch gerecht. Der dritte Angeklagte tat mir einerseits schon etwas leid, andererseits hatte er eine Strafe verdient, denn man schlägt keine Kinder, auch wenn sie etwas geklaut haben.

Sarah 

Den dritten Prozess fand ich sehr traurig, weil in diesem Prozess ein Mann angeklagt war, der einen Jungen geschlagen hatte. Der Junge soll seinem Sohn das Handy weggenommen haben. Der Mann tat mir sehr leid, da er im November 2008 seinen Job verloren hatte und da er auch nicht mehr das Sorgerecht für seine Kinder hatte. In diesem Prozess war auch die Bewährungshelferin dabei, die den Mann über längeren Zeitraum betreut hat; sie hat ausgesagt, dass der Mann ein sehr liebevoller Vater ist. Ich war am Ende dieses Prozesses sehr traurig, da mir der Mann ziemlich leid tat, weil er eigentlich alles verloren hatte.

Julia

Ich hatte mir die Gerichtssäle groß und oval vorgestellt und dachte, dass die Sitzplätze der Besucher so angeordnet sind, wie in unserem Chemie-Hörsaal. Außerdem dachte ich, dass die Richterin streng ist, die Verhandlung alleine durchführt, der Angeklagte einen Verteidiger hat und einige Zeugen aufgerufen werden. Jedoch war alles anders. Der Gerichtssaal war klein und viereckig, die Sitzplätze der Besucher waren nicht wie in unserem Chemie-Hörsaal, die Richterin war sehr nett und die Verhandlung wurde nur mit dem Angeklagten, der Richterin und einem Staatsanwalt durchgeführt. Als dann der erste Angeklagte in den Saal gebeten wurde, wurde mir etwas mulmig. Ich hatte sogar ein bisschen Angst, dass der Angeklagte sich mein Gesicht merken würde und mir irgendwo auflauern würde. Doch als ich erfuhr, weshalb der junge Mann angeklagt wurde, hatte ich keine Angst mehr, da dies fast jedem von uns schon mindestens einmal passiert ist. Die Verhandlung dauerte nicht lange, also konnten wir uns drei Fälle hintereinander angucken. Anders als gedacht, war keine der drei Verhandlungen schlimm.

Pia F.

 




 


 


Top