Balagizi

 

TKS Bochum: „Let us save together the rainforest“

Unter diesem Motto hielt am 23.05.2011 der kongolesische Botaniker Innocent Balagizi  drei Vorträge vor insgesamt über 100 Schülern der Theodor-Körner-Schule Bochum. Innocent Balagizi ist ein Botaniker aus dem Kongo, der sich weltweit als Fachberater für Aufforstungsprojekte für den tropischen Regenwald und seine Erhaltung einsetzt und viele Projekte initiiert und begleitet. Von Mitte Mai bis Juni 2011 stand Innocent Balagizi für Schulveranstaltungen in NRW zur Verfügung. Der Kontakt entstand über die Lernen-Helfen-Leben e.V.. Gerade im Jahr 2011, dem internationalem Jahr des Waldes kommt dem Vortrag eine besondere Bedeutung zu.
 Als Kongolese ist es ihm ein sehr großes Anliegen die Probleme in seinem Land zu bekämpfen und vor allem öffentlich zu machen. Er kennt den tropischen Regenwald - besonders die Bergwälder im Osten – wie kaum ein anderer.

Herr Balagizi hielt die Vorträge an der Theodor-Körner-Schule auf Englisch und gab seinen Vorträgen mit vielen aktuellen Fotos aus erster Hand eine besondere Authentizität. 

Er setze in seinem Vortrag zwei Schwerpunkte. Zum einen ging er intensiv auf die Bedeutung der Wälder, insbesondere der tropischen Regenwälder für unser Klima ein. Jährlich werden 600000m2 Regenwaldfläche zerstört. Der Kongo beherbergt 8% der tropischen Regenwälder. Deutlich wurden in dem sehr vielseitigen Vortrag auch die Probleme, die bei dem Schutz der Regenwälder auftreten. Zum Beispiel hat der Kongo neun Nachbarländer, zwischen denen immer wieder Konflikte auftreten, was eine Konzentration auf Schutzmaßnahmen zusätzlich erschwert. Die Regenwälder werden nicht nur durch die Holznutzung zerstört, sondern auch durch das Anlegen von Plantagen (zum Beispiel für Tee und Kaffee) und den Bergbau. Sind Regenwaldflächen einmal abgeholzt, ist es sehr schwer auf den nährstoffarmen Böden wieder Aufforstung zu betreiben, da der Regenwald als geschlossenes System, im Besonderen was den Nährstoffkreislauf angeht, angesehen werden kann. Einen Bezug zu Deutschland, der auch für die  Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckend war, stellte Herr Balagizi durch die Tatsache her, dass ein Großteil der Sägen und Waldarbeitsfahrzeuge aus Deutschland kommen.

Der zweite Schwerpunkt lag auf der Frage: „Why communities living in the rainforests are always poor“. (Warum sind Gemeinschaften, die im tropischen Regenwald leben immer arm?) Hierbei ging Herr Balagizi auf die Tatsache ein, dass auch Kulturen im Regenwald zerstört werden. Viele Menschen werden gezwungen ihr traditionelles Leben aufzugeben und so regelrecht entwurzelt. Dies führt immer wieder dazu, dass die Bevölkerung mit Gewalt reagiert.


Top